Logopäde/Logopädin

Eine Logopädin erzählt: Wir sind gefragte Experten in der Klinik.

Logopädie Alle für Gesundheit

von Kea Antes
am 05.02.2019

Saskia Sickert ist 55 Jahre alt und arbeitet als Logopädin in einer Klinik für neurologische Rehabilitation als Team- und Therapiekoordinatorin. Sie liebt den Umgang mit der Sprache, ihre Expertise wird auf der Station geschätzt. Doch die Rahmenbedingungen erschweren ihr und den Kollegen zunehmend die Arbeit. Zeiten für organisatorische Tätigkeiten werden gekürzt, gleichzeitig steigt das Patientenaufkommen, insbesondere die Zahl Älterer mit multiplen Erkrankungen. Auch die Vergütung wird der hohen Verantwortung nicht gerecht. 

Ihren beruflichen Werdegang startete Frau Sickert als Lehrerin in der ehemaligen DDR – erst an einer Schule für Hörgeschädigte, dann an einer Sprachheilschule. Zur Wende bekam sie ihre Kinder. Danach war im Schulbereich nichts mehr wie vorher und die Angebote waren so schlecht, dass sie sich gegen die Arbeit als Lehrerin entschied. Sie wollte jedoch weiter im Sprachbereich tätig sein, so kam sie zur Logopädie. Frau Sickert holte nochmal Schwung, fing bei null an und machte die dreijährige Ausbildung zur Logopädin. Seit 1997 ist sie an einer Klinik für neurologische Rehabilitation tätig.

Ein Studium als nächster Schritt

2007 absolvierte sie dann ein logopädisches, berufsgeleitendes Aufbaustudium. Dadurch kam sie zu einem ihrer heutigen Spezialgebiete in der Therapie: Die Behandlung von Menschen mit Demenz. Seit 2011 ist sie zudem als Privatdozentin tätig und schult Logopäden und Pflegekräfte.

Auf der neurologischen Station behandeln die Logopäden ausschließlich Erwachsene mit Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen, etwa nach Schlaganfällen, Blutungen, Schädelhirntraumata und schweren Unfällen. Auch Menschen mit Multiple Sklerose, Parkinson – und eben Demenzen – therapiert sie.

Besprechungen, Organisation – und dann Therapie

Frau Sickert startet morgens damit, das Zimmer für die ersten Therapien vorzubereiten und ihre E-Mails zu kontrollieren. Dann geht es zur Kurzbesprechung: Gibt es Neuanmeldungen? Wenn ja, sind alle Patienten untergekommen? Fehlt jemand im Team? Gibt es Rückfragen zu Patienten? Danach geht sie auf Station mit der Pflege die Therapiepläne des Tages durch. „Wenn es einem Patienten etwa aktuell gesundheitlich schlecht geht, muss ich die Therapiepläne sofort umgestalten“, so Sickert.

Erst dann startet sie mit der logopädischen Arbeit. Sie kümmert sich um Neuaufnahmen, macht Befunderhebung, diagnostiziert, schreibt Therapiepläne und therapiert natürlich auch.

von: Kea Antes

 

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