Podologe/Podologin

Steckbrief Podologie

Alle für Gesundheit Podologie

am 16.08.2017

Was macht ein Podologe?
Podologie ist die nichtärztliche Heilkunde am Fuß. Podologen behandeln Menschen, die durch Fußerkrankungen in ihrer Mobilität eingeschränkt oder hiervon bedroht sind. Sie tragen zum Beispiel übermäßige Hornhaut und Schwielen ab, entfernen Hühneraugen und Warzen, behandeln Entzündungen an den Füßen sowie schmerzhaft eingerollte oder von Pilz befallene Nagel.

Zum Alltag eines Podologen gehören außerdem biomechanische Fuß-Untersuchungen sowie Fußgymnastik und Fuß-Unterschenkel-Massagen. Zur Behandlung und Prävention von Beschwerden setzen Podologen auch Reibungs- und Druckentlastungsmittel ein, wie etwa Tapings oder Orthosen. Ein besonders wichtiges Tätigkeitsfeld des Podologen ist die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms.

Was zahlt die Kasse?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ausschließlich die Kosten für die Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms. Nur Menschen mit dieser Folgeerkrankung des Diabetes mellitus können also von Kassenärzten zu Podologen überwiesen werden. Alle anderen Behandlungen können auf ärztliche Privatanordnung oder die Anordnung eines Heilpraktikers erfolgen. Der Patient ist dann Selbstzahler, privat Krankenversicherte können je nach Tarif und Vertragsinhalt bei ihrer privaten Versicherung Erstattung verlangen.

Wo arbeiten Podologen?
Die meisten der rund 15.000 in Deutschland tätigen Podologen arbeiten entweder als Praxisinhaber oder angestellt in Podologiepraxen. Bei Bedarf fordern auch zum Beispiel Kliniken, Sanitätshäuser oder Seniorenheime die Mitarbeit von Podologen an.

Wie ist die Aufteilung von Männern und Frauen?
Etwa 80 Prozent der Podologen in Deutschland sind weiblich.

Wieviel verdienen Podologen?
Die Gehaltsspanne reicht von einem Anfangsgehalt von rund 1.500 Euro brutto bis zu etwa 2.200 Euro brutto.

Welche Ausbildung durchläuft ein Podologe?
In Deutschland gibt es 37 Berufsfachschulen für Podologie. Ein mittlerer Schulabschluss ist Voraussetzung für die zweijährige Berufsausbildung. Ebenso ist eine berufsbegleitende Ausbildung über drei beziehungsweise maximal vier Jahre möglich. Seit 2012 kann an der Steinbeis-Hochschule Berlin im Rahmen eines Pilotstudiengangs der Titel „Bachelor of Science Podologie“ erworben werden. Ein darauf aufbauendes Masterstudium ist in Vorbereitung.

Wie unterscheiden sich „Podologe“, „Medizinischer Fußpfleger“ und „Fußpfleger“?
Den Beruf und die Berufsbezeichnung „Podologe“ gibt es, seit 2002 das Podologengesetz (PodG) in Kraft trat. Seitdem ist der Beruf in ganz Deutschland einheitlich geregelt und staatlich anerkannt. Zuvor waren im Rahmen der Landesschulgesetze in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen die Bezeichnungen „Medizinischer Fußpfleger – staatlich geprüft“ bzw. „Staatlich geprüfter medizinischer Fußpfleger“ üblich. Absolventen mit diesem Titel sind dem Podologen gleichgestellt und die Bezeichnung ist ebenfalls durch das PodG geschützt.

Die Bezeichnung „Fußpfleger“ hingegen ist ungeschützt. „Fußpfleger“ ist kein anerkannter Beruf und es gibt auch keine geregelte Ausbildung für die Tätigkeit. Kenntnisse zu fußpflegerischen Maßnahmen können zum Teil in Kurz-Seminaren erworben werden. Die Ausübenden dürfen im Unterschied zu Podologen und Medizinischen Fußpflegern nur kosmetische Anwendungen am gesunden, nicht jedoch am kranken Fuß vornehmen. Sie können also zum Beispiel Nägel schneiden und Hornhaut glätten, nicht aber heilkundlich behandeln.

Wer vertritt die Interessen der Podologen gegenüber Politik, Behörden und Kassen?
Mit circa 5.000 Mitgliedern ist der Deutsche Verband für Podologie (ZFD) e.V. (www.podo-deutschland.de) der größte Berufsverband für Podologen in Deutschland. Der ehemalige „Zentralverband der Fußpfleger Deutschlands e.V.“ besteht seit 1955. Im Juli 2017 trat der Verband dem Spitzenverband der Heilmittelverbände (SHV) (www.shv-heilmittelverbaende.de/spitzenverband-der-heilmittelverbaende-verstaerkt-sich/) bei.

Im Jahr 1994 hat sich zudem der Verband deutscher Podologen (VDP) e.V. gegründet. (www.verband-deutscher-podologen.de)

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