Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in

Medizinisch-technische Radiologieassistenten: Schnittstelle zwischen Medizin und Technik

Alle für Gesundheit medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in

von Medienteam Medizin
am 06.04.2019

Ob in einer Praxis oder einer Klinik: Wer umgangssprachlich „in die Röhre“ muss, der erhält eine Untersuchung mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT). Damit lassen sich Strukturen und Funktionen von Gewebe und Organen im Körper darstellen. Die Untersuchung führt im Rahmen der Röntgendiagnostik ein/e Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA) durch. Neben dem Fachgebereich Röntgendiagnostik gibt es drei weitere, in denen sie tätig werden: die Strahlentherapie, Nuklearmedizin sowie Strahlenphysik und Dosimetrie.

Ob in einer Praxis oder einer Klinik: Wer umgangssprachlich „in die Röhre“ muss, der erhält eine Untersuchung mithilfe der Magnetresonanztomografie (MRT). Damit lassen sich Strukturen und Funktionen von Gewebe und Organen im Körper darstellen. Die Untersuchung führt im Rahmen der Röntgendiagnostik ein/e Medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in (MTRA) durch. Neben dem Fachgebereich Röntgendiagnostik gibt es drei weitere, in denen sie tätig werden: die Strahlentherapie, Nuklearmedizin sowie Strahlenphysik und Dosimetrie.

Der Beruf ist geprägt durch den Umgang mit modernsten computergestützten Geräten – wie jene für das MRT. Doch auch die soziale Komponente spielt eine wichtige Rolle. Der tägliche Kontakt mit den Patienten erfordert die Bereitschaft, auf die Krankheiten, Bedürfnisse und Emotionen der Betroffenen einzugehen – inbsesondere dann, wenn der Grund für die Behandlung eine Krebserkrankung und eine damit verbundene Strahlentherapie ist.

Wir haben uns den Beruf einmal genauer angeschaut: Welche Aufgaben übernehmen MTRA genau in den einzelnen Bereichen? Was verdienen sie? Und wie werde ich überhaupt MTRA?

Was machen medizinisch-technische Radiologieassistenten?

MTRA leisten einen wichtigen Beitrag zur Diagnostik und Therapie verschiedener Krankheiten. Dabei unterscheiden sich die genauen Aufgaben, je nach Fachbereich:

  • Radiologische Diagnostik: MTRA führen auf Anforderung eines Arztes selbstständig Untersuchungen an Großgeräten durch, wie Röntgengeräten sowie Computer- und Magentresonanztomographen. Sie unterstützen Radiologen zudem bei Röntgenkontrastmitteluntersuchungen von Organen und Blutgefäßen. Neben einem breiten anatomischen Wissen müssen sie daher auch versiert in physikalisch-technischen Grundlagen sein. Sie kümmern sich zudem um die Qualitätssicherung und das Einhalten der gesetzlichen Strahlenschutzvorschriften.
  • Strahlentherapie: Hier steht die Behandlung überwiegend bösartiger Tumore mithilfe von Röntgen-, Gamma- und Teilchenstrahlen im Fokus. Dafür kommen Planungs- und Bestrahlungsgeräte wie Linearbeschleuniger zum Einsatz, ebenso wie computergesteuerte Kontrolleinstellsysteme. MTRA stehen in diesem Fachbereich in besonders engem Kontakt mit den Patienten. Sie betreuen sie während der Therapie – oft über viele Monate hinweg – und sind eine wichtige Ansprechperson.
  • Nuklearmedizin: Mit Hilfe sensibler computergestützter Strahlenmessgeräte wie Gamma-Kameras überwachen sie die Verteilung von radioaktiven Substanzen im Körper, die die Patienten zur Behandlung von Krankheiten erhalten. Im Vorfeld bereiten MTRA die Substanzen im Labor vor. Das Einhalten des Strahlenschutzes sowie ein sehr präzises Arbeiten beim Abmessen der Strahlenmenge sind sehr wichtig.
  • Strahlenphysik/Dosimetrie: MTRA bestimmen unter anderem mit speziellen Dosismessgeräten die vorhandene Strahlung in der Umgebung während der Untersuchung. Zudem überwachen sie, dass alle Grenzwerte eingehalten werden. Dazu gehört auch die Kontrolle von Röntgen- und Therapieanlagen sowie der Strahlenschutzmaterialien (Bleischürze und -handschuhe) und die Berechnung der Strahlenmenge zur Therapie.

Die MTRA bildet die Schnittstelle zwischen Medizin und Technik. Alle Tätigkeiten sind durch eine enge Zusammarbeit zwischen Patient, Arzt und MTRA geprägt. Grundvoraussetzung für den Beruf sind neben einem breiten anatomischen und physikalisch-technischem Wissen auch ein hohes Verantwortungsbewusstsein sowie Einfühlungsvermögen.

Kein anderer Gesundheitsfachberuf als jener der MTRA hat die Fachkunde im Strahlenschutz. Dadurch dürfen sie ohne Aufsicht und Verantwortung eines Arztes Strahlung am Menschen anwenden.

Wo sind medizinisch-technische Radiologieassistenten tätig?
Die meisten Arbeitsplätze für MTRA gibt es in Kliniken und radiologischen Praxen der Gesundheitsversorgung. Aber auch eine Tätigkeit in der Forschung, Entwicklung, Industrie, Beratung oder Lehre ist möglich.

Wie viele MTRAs gibt es in Deutschland?
Derzeit sind 20.552 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte MTRA gemeldet (Stand Ende 2016).

Wie viel verdienen MTRA?
Im Durchschnitt liegt der Verdienst von MTRA bei 2.842 Euro brutto (38-Stunden Woche, ohne Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie anderen Sonderzahlungen). Der Medianwert liegt jedoch mit 2.592 Euro etwas niedriger – 50 Prozent der MTRA erhalten mehr und 50 Prozent weniger als diesen Betrag.

Die genaue Höhe des Verdienstes hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

Betriebsgröße:

  • < 20 Beschäftigte durschnittlich 2.392 Euro
  • < 100 Beschäftigte durschnittlich 2.632 Euro
  • > 500 Beschäftigte durchschnittlich 2.885 Euro

Mit Zunahme der Berufserfahrung und durch die Teilnahme an Weiterbildungen steigt das Gehalt. Nach mehr als 20 Jahren Berufserfahrung liegt es durchschnittlich bei 3.386 Euro brutto.

Auch der Punkt, ob eine Tarifbindung besteht, wirkt sich auf die Höhe des Verdienstes aus. Ist dies der Fall, ist er durchschnittlich 537 Euro pro Monat höher.

Die Ausbildung

Wie werde ich medizinisch-technische/r Radiologieassistent/in?
Die Ausbildung erfolgt an staatlich anerkannten Schulen für technische Assistenten in der Medizin. Sie dauert drei Jahre. Hierbei werden die Inhalte im theoretischen und praktischen Unterricht sowie in der praktischen Ausbildung vermittelt. Grundlagen dafür ist das Gesetz über technische Assistenten in der Medizin (MTAG) sowie die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (MTA-APrV). Zu den theoretischen Inhalten gehören unter anderem:

  • Naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie, Chemie und Physik
  • Anatomie, Physiologie und Krankheitslehre
  • EDV und IT
  • Bilverarbeitung und Gerätetechnik
  • Strahlenschutz
  • Statistik

Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung (schriftlich, mündlich und praktisch). Um den Beruf der/s MTRA zu erlernen, ist ein mittlerer Bildungsabschluss oder eine gleichwertige Schulausbildung nötig.

Wer finanziert die Ausbildung?

Die Ausbildung erfolgt an privaten oder staatlichen Schulen. Seit Januar 2019 erhalten betrieblich- schulische Auszubildende in kommunalen Krankenhäusern und Unikliniken eine Vergütung. So wurde es im Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes (TVAöD), der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) für die Universitätskliniken im Geltungsbereich des Tarifvertrags für Auszubildende der Länder (TVAL) vereinbart.

Das Bruttogehalt beläuft sich auf:

  • 965,24 Euro im ersten Ausbildungsjahr
  • 1.025,30 Euro im zweiten Ausbildungsjahr
  • 1.122,03 Euro im dritten Ausbildungsjahr

An staatlichen Schulen ist sie in der Regel kostenfrei, private Träger erheben eine monatliche Schulgebühr (zwischen 100 und mehreren hundert Euro). Hinzu kommen zusätzliche Kosten für Lernmittel und Berufsbekleidung, die auch an staatlichen Schulen anfallen. Auf der Internetseite des Dachverband für Technologen/-innen und Analytiker/-innen in der Medizin Deutschland e.V. sind alle staatlichen und privaten Schulen aufgelistet.

Unter bestimmten Voraussetzungen können Auszubildende finanzielle Unterstützung in Form des „Schüler-BAföG“ nach Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG) erhalten. Dieses muss nicht zurückgezahlt werden.
Kann ich auch ein Studium in dem Bereich absolvieren?
MTRA ist ein reiner Ausbildungsberuf, jedoch gibt es die Möglichkeit, das Studium Medizinische Radiologische-Technologie zu absolvieren. Neben medizinsich und medizintechnischen Themen – wie in der Ausbildung –, spielen hier auch rechtliche und ökonomische Inhalte eine Rolle.

Die IB Hochschule bietet das Studium berufs- und ausbildungsbegleitend an, die Westfälische Hochschule nur berufsbegleitend. Beide Anbieter erheben Studiengebühren. Finanzierungsmöglichkeiten sind unter anderem BAföG, Studienkredite, Bildungskredite und in einigen Fällen auch Stipendien.

Wer vertritt die Interessen der Berufsgruppe?

Der Dachverband für Technologen/innen und Analytiker/innen in der Medizin Deutschland e.V. (DVTA) ist die einzige beruffständige Vertretung der vier Berufe der Medizinisch Technischen Assistentinnen und Assistenten, zu denen auch die MTRA zählt. Der DVTA wurde 1969 gegründet und hat rund 15.000 Mitglieder.

Der DVTA setzt sich für die berufspolitischen Interessen der Medizinisch Technischen Assistentinnen und Assistenten ein und berät die Mitglieder in berufsrelevanten rechtlichen Fragen. Ein besonderer Fokus liegt darauf, die veraltete Ausbildung zu reformieren und die Inhalte an die technischen Neuerungen anzupassen.

Mit der Fachzeitschrift MTA Dialog und einer Vielzahl an praxisnahen Seminaren, Fortbildungen und Fachkongressen unterstützt der DVTA seine Mitglieder im beruflichen Alltag.

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